Symbolbild: One-Click-Übersetzung startet die Lokalisierung von Text, Bilder und Medien erfordern zusätzliche Schritte.
Articulate Localization klingt preislich erst einmal angenehm simpel: ein Credit pro Sprache, fertig. In der Praxis ist die entscheidende Frage aber eine andere: Wo entsteht wirklich ein ROI, und wo bleiben Kosten ganz klassisch bestehen (Review, Terminologie, Medien, Layout)?

Articulate Localization

Kosten und ROI ohne Illusionen

Dieser Beitrag beleuchtet die zentralen Kostenfaktoren von Articulate Localization und hilft dabei, Aufwand und Budget realistisch zu planen. Er zeigt, wie maschinelle Übersetzung, Review-Aufwand, Medienanteile, Update-Zyklen sowie interne und externe Ressourcen die Gesamtkosten beeinflussen.

Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und falsche Erwartungen zu vermeiden, wenn es um Effizienz, Einsparpotenziale und tatsächlichen ROI geht.

Zur Einordnung: Articulate veröffentlicht die Preise in der Regel nicht offen. Credits werden üblicherweise paketweise angeboten (z. B. 25 Credits), und die Konditionen hängen vom Angebot ab.

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Kurzfazit für Busy People

  • Credits zahlen nicht “Qualität”, sondern primär “Workflow + Rohentwurf”. Qualität entsteht durch Review und QA.
  • Der messbare ROI entsteht meist bei Updates und LMS-Verwaltung (ein Kurs statt viele Sprachkopien).
  • Die großen Zusatzkosten bleiben menschlich: sprachliche Freigabe, Terminologie, Medienmix, DTP, technische Checks.
  • Wichtig für die Planung: Updates und Credits hängen an der Billing Period. Bei Beginn einer neuen Laufzeit werden Updates an geänderten Kursen wieder mit Credits berechnet (pro Sprache).

Was kostet ein Credit?

Das Prinzip ist einfach:

  • 1 Credit = 1 zusätzliche Sprache für ein Localization-Projekt.
  • Credits werden typischerweise in Paketen verkauft (z. B. 25 Credits).
  • Kurslänge ist egal: Microlearning oder 50-Minuten-Kurs kosten im Credit-Modell gleich viel.

 

Was das praktisch bedeutet:

  • Bei langen, textlastigen Kursen kann das Preis-/Leistungsverhältnis gut wirken.
  • Bei vielen kurzen Kursen kann es im Verhältnis teuer wirken, wenn man nur auf “Übersetzung” schaut.

Was ist im Credit drin und was nicht?

Was du bekommst

  • Rohübersetzung per MT direkt im Tool
  • Review-Workflow (In-Context Review ist ein echter Vorteil)
  • Update Translation als Feature (also: Änderungen im Quellkurs gezielt nachübersetzen, statt alles “blind” neu zu machen)

 

Was du nicht bekommst

  • Keine Garantie, dass die Texte fachlich, stilistisch und terminologisch “release-ready” sind
  • Keine klassische CAT-Tool-Assistenz (TM-Logik, QA-Warnungen, Terminologie-Validierung in der gewohnten Tiefe)
  • Keine automatische Lokalisierung von allem, was nicht Editor-Text ist (je nach Kursaufbau bleiben Medien-Baustellen)

 

Merksatz: Der Credit bezahlt die Maschine und den Workflow. Die Qualität bezahlt am Ende immer noch jemand. Meist du. Oder ein Prozess.

Updates und Credits: Das wird oft falsch verstanden

Hier passiert in der Praxis die meiste Verwirrung.


Was viele (fälschlich) annehmen


„Wenn ich einmal übersetzt habe, sind Updates für die gleichen Sprachen immer kostenlos, solange ich ein Abo habe.“


Was tatsächlich gilt (planbar, aber wichtig)

  • Innerhalb einer laufenden Billing Period können Updates je nach Setup/Regelung “kostenfrei” im Sinne von “ohne neue Credits” wirken.
  • Mit Start einer neuen Billing Period werden Updates an geänderten Kursen wieder berechnet, also pro Sprache erneut Credits abgezogen, wenn du die aktualisierten Inhalte in den Sprachen wieder per Localization übersetzen lässt.
  • Wenn du mehrjährige Pakete buchst: Du bekommst zwar jedes Jahr dein Credit-Kontingent, aber die Laufzeit startet jährlich neu (Reset-Logik). Das ist kein “3 Jahre Updates inklusive”, sondern 3x ein Jahreszyklus.

 

Konsequenz für deine ROI-Rechnung:


Wenn du viele Updates hast, musst du nicht nur “Initialübersetzung” rechnen, sondern auch: Wie oft pro Jahr ändern wir Kurse wirklich? Und: Wie viele Sprachen müssen jeweils nachgezogen werden?

Die Zusatzkosten, die fast immer dazukommen

Das sind die Punkte, die in der internen Kalkulation oft “vergessen” werden, bis es weh tut.


Sprachliche QA pro Zielsprache

  • Sinn, Tonalität, Fachsprache, Konsistenz
  • “Klingt irgendwie okay” ist bei Trainingsinhalten oft zu wenig.
    Terminologie und Governance
  • Wer entscheidet Begriffe? Wer pflegt Glossare? Wer gibt frei?
  • Ohne klare Zuständigkeit wird Terminologie irgendwann “wer gerade Zeit hatte”.

 

Medienmix

Sobald dein Kurs mehr ist als reiner Text:

  • Screenshots/Grafiken mit Text
  • eingebettete Dokumente/PDFs
  • Videos mit On-Screen-Text
  • Untertitel, optional Audio

 

DTP und technische Nacharbeit

  • Überläufe, abgeschnittene Buttons, Umbrüche
  • Interaktionen/Trigger/Timing (Storyline wird hier gerne zur Party, zu der niemand eingeladen wurde)

Wo entsteht der ROI wirklich?

Wenn du “ROI” ehrlich rechnest, kommt der meistens nicht aus “MT ist billiger”, sondern aus Prozessvorteilen.


ROI-Treiber 1: LMS-Pflege (ein Kurs statt viele)

Wenn du bisher pro Sprache eigene Kursobjekte pflegst (Upload, Metadaten, Zielgruppen, Zertifikate, Versionierung), dann spart “ein mehrsprachiger Kurs” schlicht Arbeitszeit.

ROI-Treiber 2: Update-Handling

Updates passieren in echten Unternehmen ständig. Wenn du Updates zentral steuerst und nicht 10 Sprachkopien nachpflegen musst, wird es plötzlich realistisch.

ROI-Treiber 3: Governance und weniger Versionsdrift

Das ist schwer in Euro zu beziffern, aber praktisch relevant:

  • weniger “Englisch ist Version 7, Französisch ist Version 4”
  • weniger Rollout-Chaos
  • weniger interne Rückfragen und Nacharbeit

Der Punkt, den viele zu spät sehen: Abo als laufende Betriebskosten

Localization ist keine “einmal kaufen und fertig”-Logik.

  • Du solltest das Abo als laufenden Fixkostenblock sehen, wenn du dauerhaft multilingual arbeitest.
  • Wenn du aussteigst, musst du operativ sauber planen, was du vorher sicherst (Exporte/Packages), weil du sonst später bei Anpassungen unnötig festhängst.

Mini-Check: Lohnt sich Localization in deinem Setup?

Beantworte das ehrlich, dann wird’s schnell klar:

  1. Wie viele Sprachen rollt ihr wirklich aus (nicht “vielleicht irgendwann”)?
  2. Wie viele Updates pro Jahr gibt es realistisch?
  3. Wie viel LMS-Pflegezeit hängt heute pro Sprache dran?
  4. Wie hoch ist euer Medienanteil (Untertitel, Audio, Grafiken, Doku)?
  5. Habt ihr Terminologie-Verantwortung oder läuft das “irgendwie”?
  6. Wer übernimmt die Freigabe pro Sprache?

 

Wenn (1)+(2)+(3) hoch sind: Localization kann richtig stark sein.
Wenn (4) hoch ist und Qualität hoch sein muss: Localization bleibt hilfreich, aber ersetzt keine Lokalisierungsarbeit.

Podcast zu diesem Beitrag:
Folge 5 „Kosten und ROI“

Lieber hören als lesen? Diese Folge ist die Audio-Version des Praxischecks, inklusive der wichtigsten Beispiele.

Verwandte Beiträge dieser Serie

Einführung: Articulate Localization im Realitätscheck ↗

Beitrag 1: One-Click vs Realität ↗

Beitrag 2: Maschinelle Übersetzung vs menschliches Review ↗

Beitrag 3: Technische Grenzen (Medienmix, Updates, Layout, Storyline)

Beitrag 4: Terminologie und Konsistenz sichern ↗

Abschluss: Eine kleine zusammenfassende Übersicht ↗

FAQ

Häufig gestellte Fragen zu zu Kosten, Credits und ROI

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um zu Kosten, Credits und ROI im Bereich Articulate Localization. Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Solltest du weitere Fragen haben, zögere nicht, uns direkt zu kontaktieren.

Kostet ein kurzer Kurs weniger Credits als ein langer?

Nein. Ein Credit bleibt ein Credit, unabhängig von der Kurslänge. Das ist gut bei langen Kursen, nervig bei Microlearnings.

Nein. Der Credit deckt vor allem Rohübersetzung + Workflow ab. Release-ready wird es durch Review/QA.

Nicht pauschal. Mit Beginn einer neuen Billing Period werden Updates an geänderten Kursen wieder mit Credits berechnet (pro Sprache).

Weil der ROI oft aus LMS-Pflege + Update-Handling kommt: ein Kurs statt viele, weniger manuelle Release-Arbeit pro Sprache.

Review pro Sprache, Terminologie/Governance, Medienmix-Lokalisierung, DTP/technische QA und Regression-Checks nach Updates.

Wie viele Sprachen wirklich live gehen, wie oft Updates passieren, wie viel LMS-Aufwand heute pro Sprache anfällt und ob ein QA-Prozess existiert.

15 Minuten Klarheit statt Projekt-Überraschungen

Wenn du Articulate Localization nutzen möchtest (oder schon nutzt) und wissen willst, ob One-Click in deinem Setup wirklich Zeit spart, schauen wir gemeinsam kurz drauf:

  • Kursstruktur (Rise, Storyline, Blends)
  • Medienmix (UI, Untertitel, optional Audio)
  • Sprachen, Update-Frequenz
  • Review- und Freigabeprozess
Schreibtisch mit Tastatur, Maus, Kaffee, Brille und Block als Symbol für ein Lektorat.

ÜBERSETZUNG

„Made in Germany“ aus Baden-Württemberg steht weltweit für Qualität. Diesem Ruf fühlen wir uns verpflichtet. Eine hochwertige Übersetzung ist gut lesbar, leicht verständlich und für das Ziel­publikum nicht als Übersetzung erkennbar. Das ist unser Anspruch.

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