Symbolbild: One-Click-Übersetzung startet die Lokalisierung von Text, Bilder und Medien erfordern zusätzliche Schritte.
Bei Articulate Localization ist die Übersetzung oft schnell erledigt. Die eigentliche Frage ist nur: klingt der Kurs danach wie aus einem Guss oder wie ein Flickenteppich? Gerade in Trainingsinhalten ist Konsistenz kein Luxus:
• Lernende stolpern über wechselnde Begriffe
• Markenbotschaften wirken unprofessionell
• rechtlich oder sicherheitsrelevante Begriffe können missverständlich werden

Articulate Localization

Terminologie und Konsistenz

Warum ein Glossar vor dem ersten Klick Pflicht ist.

Dieser Beitrag erklärt die Bedeutung von Terminologie und Konsistenz bei der Nutzung von Articulate Localization. Er zeigt, warum einheitliche Begriffe, klare Vorgaben und gepflegte Glossare entscheidend sind, um verständliche und professionell wirkende Kurse zu erstellen.

Ohne Terminologiemanagement entstehen schnell inkonsistente Übersetzungen, Missverständnisse und unnötige Korrekturschleifen – besonders bei Updates und mehreren Sprachen.

Dies ist Beitrag 4 von 5 unserer Deep-Dive-Serie zu Articulate Localization in Storyline and Rise. Klicke auf den Button, um zurück zur Übersicht zu gelangen.

Das Kernproblem: Keine Translation Memory, kein „Lernen“ aus früheren Übersetzungen

In klassischen Übersetzungsprozessen sorgt ein Translation Memory (TM) dafür, dass:

  • Wiederholungen konsistent bleiben
  • bereits freigegebene Formulierungen wiederverwendet werden
  • Teams über mehrere Kurse hinweg eine stabile Kurssprache aufbauen

 

In Articulate Localization fehlt dieser Mechanismus (in der Form, wie Übersetzungsteams ihn kennen). Die Folge:

  • Derselbe Satz kann an mehreren Stellen unterschiedlich übersetzt werden
  • Wiederkehrende Elemente über mehrere Kurse hinweg driften auseinander
  • Konsistenz entsteht nicht automatisch, sondern nur durch Review und Vorgaben

 

Praxisbeispiel (typisch):
Ein Call-to-Action wie „Start now“ wird einmal mit „Jetzt starten“ und später mit „Starten Sie jetzt“ wiedergegeben. Beides ist „nicht falsch“, aber zusammen wirkt es unruhig und unprofessionell.

Glossar in Articulate Localization:
hilfreich, aber nur wenn es früh sitzt

Was das Glossar gut kann

Wenn man ein Glossar vor der Übersetzung hochlädt, kann es sehr viel retten:

  • zentrale Fachbegriffe
  • Produktnamen und UI-Begriffe
  • definierte Übersetzungen für wiederkehrende Termini

 

Im Idealfall bekommt das Review dadurch eine klare Leitplanke: „So heißt das bei uns.“

Wo es in der Praxis weh tut

Das Glossar hilft nicht automatisch rückwirkend, wenn…

  • Begriffe nachträglich ergänzt werden
  • ein Begriff global anders festgelegt wird
  • man erst im Review merkt, dass eine Vorgabe fehlt

 

Dann gibt es meist nur zwei Wege:

  1. Neu übersetzen und Korrekturen erneut prüfen
  2. Manuell alle Vorkommen suchen und korrigieren

 

Und wenn der falsche Begriff an 20 Stellen steckt, ist das kein „kleiner Fix“, sondern Review-Arbeit.

Ein Glossar ist kein Wundermittel.
Kontext bleibt menschlich.

Selbst mit perfektem Glossar bleibt ein Problem bestehen: Kontext.

Beispiel:
Man legt fest, dass „Command“ im UI immer als „Kommando“ übersetzt werden soll. Dann gibt es aber Textstellen, in denen „command“ nicht als UI-Begriff gemeint ist („Your wish is my command.“). Hier wäre eine wörtliche Terminologie-Anwendung falsch.

Maschinen differenzieren das nicht zuverlässig. Glossar ist eine Vorgabe, kein Kontextverständnis. Deshalb gilt:

Glossar = Konsistenzanker. Review = Kontextprüfung.

Zusätzlicher Stolperstein:
Tonalität (Sie/Du) ist nicht automatisch stabil

Viele Teams wählen beim Setup eine Tonalität (formell/informell) und erwarten dann Konsistenz. In der Praxis kann das schwanken:

  • innerhalb eines Kurses
  • oder zwischen Kursen

 

Gerade im Deutschen wirkt ein Mix aus „Sie“ und „du“ extrem unprofessionell, weil Lernende sofort merken, dass hier kein sauberer Stil geführt wird.

Konsequenz: Tonalität muss im Review geprüft werden wie Terminologie.

Glossar-Management:
extern organisieren, sonst wird’s unkontrollierbar

Ein Glossar hochzuladen ist einfach. Ein Glossar zu managen, ist die echte Arbeit:

  • Versionierung (welcher Stand ist freigegeben?)
  • Verantwortlichkeit (wer entscheidet bei neuen Begriffen?)
  • Produkt-/Markenunterschiede (mehrere Glossare, unterschiedliche Register)
  • Freigabeprozesse


Wenn mehrere Teams und Kurse beteiligt sind, braucht man mindestens:

  • eine zuständige Rolle (Terminologie-Verantwortung)
  • ein sauberes Ablagesystem
  • klare Regeln, wann ein Glossar geändert werden darf

 

Sonst ist die Gefahr groß, dass aus Versehen der falsche Stand hochgeladen wird und man es erst merkt, wenn der Kurs schon „live“ ist.

Mini-Checkliste:
Terminologie und Konsistenz vor dem ersten Klick

Vor dem Übersetzen
• Glossar erstellen: Kernbegriffe, UI-Begriffe, Produktnamen, Tabus
• Tonalität festlegen (Sie/Du) und als Regel dokumentieren
• Beispiele definieren: bevorzugte Formulierungen für wiederkehrende Elemente

Im Review
• Terminologie systematisch prüfen (Suche nach kritischen Begriffen)
• Stil und Tonalität prüfen (Sie/Du, formell/informell, „Markenstimme“)
• Kontextfälle bewusst entscheiden (wo darf Terminologie nicht stur greifen?)

Über mehrere Kurse hinweg
• Glossar als „Single Source of Truth“ pflegen
• Wiederkehrende Texte bewusst standardisieren (nicht „jedes Mal neu erfinden“)
• Wenn Konsistenz wichtig ist: externe Unterstützung/TM-Workflows einplanen

Fazit: Ohne Glossar keine Konsistenz. Ohne Konsistenz kein professionelles Training.

Articulate Localization kann Geschwindigkeit bringen.
Aber Konsistenz entsteht nur, wenn die Terminologie vor dem ersten Klick definiert und ein Review als fester Bestandteil eingeplant wird.

Wer versucht, beim Glossar oder beim Post-Editing zu sparen, bekommt oft:

  • mehr Schleifen
  • mehr interne Belastung
  • und ein Ergebnis, das „übersetzt“ ist, aber nicht „release-ready“.

Podcast zu diesem Beitrag:
Folge 4 „Terminologie und Konsistenz“

Lieber hören als lesen? Diese Folge ist die Audio-Version des Praxischecks, inklusive der wichtigsten Beispiele.

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Weitere Informationen

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Beitrag 5: Kosten realistisch planen (wo Aufwand wirklich entsteht) ↗

Abschluss: Eine kleine zusammenfassende Übersicht ↗

FAQ

Häufig gestellte Fragen zu Terminologie und Konsistenz in Articulate Localization

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um unseren Service im Bereich Articulate Localization. Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Solltest du weitere Fragen haben, zögere nicht, uns direkt zu kontaktieren.

Reicht es, einfach ein Glossar hochzuladen und dann „Translate“ zu klicken?

Nein. Ein Glossar hilft stark bei Schlüsselbegriffen, ersetzt aber nicht Review. Es löst weder Kontextfälle noch Stil- und Tonalitätsfragen zuverlässig. Glossar = Leitplanke, nicht Autopilot.

Nicht automatisch rückwirkend. Neue oder geänderte Glossare wirken in der Regel nur auf zukünftige Übersetzungen oder neue Übersetzungsläufe. Bestehende Inhalte müssen gezielt geprüft und gegebenenfalls manuell korrigiert oder neu übersetzt werden lassen.

Weil ein klassisches Translation Memory (TM) und typische QA-Hilfen (Wiederholungen, Terminologie-Warnungen, Konsistenzprüfungen) in dieser Form nicht vorhanden sind. Dadurch entsteht Variabilität, die erst durch Review und Vorgaben eingefangen wird.

Ja. Das klassische Problem ist Kontext: Ein Begriff kann im UI exakt so heißen sollen, in Fließtext oder idiomatischen Sätzen aber eine andere Übersetzung brauchen. Maschinen wenden Glossare nicht immer kontextsensitiv an. Deshalb müssen Kontextfälle bewusst geprüft werden.

Indem man Tonalität als feste Regel definiert und im Review konsequent prüft. Die formell/informell-Einstellung ist hilfreich, aber nicht garantiert stabil. Gerade im Deutschen fällt ein Mix sofort negativ auf.

In der Praxis braucht man dafür sauberes externes Glossar-Management (Versionierung, Ablage, Freigabe). Wenn pro Kurs das falsche Glossar verwendet wird, erzeugt das systematische Fehler und teure Nacharbeit. Entscheidend ist weniger das Tool als die Governance.

Durchsuche den übersetzten Kurs gezielt nach deinen kritischen Begriffen (Produktnamen, UI-Begriffe, Prozessnamen) und prüfe: Wird ein Begriff immer gleich verwendet? Wenn nicht, braucht es entweder strengere Glossar-Regeln oder ein Review, das Konsistenz als eigenes Prüfkriterium behandelt.

Sobald man mehrere Kurse, wiederkehrende Module oder regelmäßige Updates hat und konsistente Kurssprache wirklich zählt. Dann wird „jedes Mal alles neu prüfen“ schnell teurer als ein Prozess, der Wiederverwendung systematisch ermöglicht.

15 Minuten Klarheit statt Projekt-Überraschungen

Wenn du Articulate Localization nutzen möchtest (oder schon nutzt) und wissen willst, ob One-Click in deinem Setup wirklich Zeit spart, schauen wir gemeinsam kurz drauf:

  • Kursstruktur (Rise, Storyline, Blends)
  • Medienmix (UI, Untertitel, optional Audio)
  • Sprachen, Update-Frequenz
  • Review- und Freigabeprozess
Schreibtisch mit Tastatur, Maus, Kaffee, Brille und Block als Symbol für ein Lektorat.

ÜBERSETZUNG

„Made in Germany“ aus Baden-Württemberg steht weltweit für Qualität. Diesem Ruf fühlen wir uns verpflichtet. Eine hochwertige Übersetzung ist gut lesbar, leicht verständlich und für das Ziel­publikum nicht als Übersetzung erkennbar. Das ist unser Anspruch.

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